ThemenCamp – Zukunft des Wohnens.

Neue Wohnformen für die Pflege

Projekt Beschreibung

Das USEability LAB am IHD begrüßte gemeinsam mit der Medien- und Vernetzungsplattform CareTRIALOG am 24. November 2017 im Rahmen eines ThemenCamps rund 30 Experten aus den Bereichen Bauen, Wohnen und Pflege. In Diskussionsrunden wurden gemeinsame Ideen für ein Zukunft Gutes Wohnen Haus entwickelt. Die Überalterung der Gesellschaft nimmt rasant zu. Das Ziel der Veranstaltung war deshalb die Klärung der Frage, wie innovative Wohn- und Wohnungskonzepte für ältere Menschen in der Zukunft aussehen könnten.

„Auftakt in die Zukunft“ – unter diesem Motto hielt die Trendforscherin Lola Güldenberg den Eröffnungsvortrag. Sie gab einen Überblick, welche Trends und Strömungen uns in den nächsten Jahren prägen und verändern und welchen Einfluss sie gezielt auf unser „Wohnen im Alter“ haben werden.

In den darauffolgenden drei unterschiedlichen Workshops konnten die Teilnehmer ihre Expertise einbringen und gemeinsam Projektideen entwickeln. Die Themen waren:

  • Mit hybriden Nutzungsformen Mehrwert schaffen – unterschiedliche Versorgungsformen im Bereich Pflege, Betreuung und Wohnen.
  • Wohnen und Leben in der Zukunft – die Wohnung betreut seinen Bewohner. Wie „Wohnen 4.0“ ohne Big Data, ohne Verlust der Privatsphäre und mit höchster Zugriffsabsicherung von außen, möglich wird.
  • Ein ganzes Leben auf 16 m² – können flexible Miniapartments auf wechselnde Pflegeanforderungen reagieren?

Die Teilnehmer hatten anschließend die Möglichkeit, mit den anderen Experten in den ThemenCamps ihre persönlichen Fragestellungen und Lösungsansätze rund um diese drei Themen zu diskutieren. Es folgten teilweise kontroverse, aber intensive Diskussionen gepaart mit Visionen, die zu ersten möglichen Produkt- und Projektideen weiter entwickelt wurden. Konkrete Projektideen entstanden für den alters- und pflegerechten Lebens- und Wohnraum.

Neue Wohn- und Versorgungsformen

Ist Deutschland bald ein Land ohne Pflegende? Ein durchaus realistisches Szenario, auf das das Land zusteuert. Vor allem in der Betreuung Pflegebedürftiger und deren Versorgung werden daher neue Strukturen und Denkansätze benötigt. Ein „virtuelles Pflegeheim“, bestehend aus allen notwendigen Versorgungsangeboten innerhalb eines Quartiers mit ca. 10.000 Einwohnern, könnte eine Lösung darstellen. Vielschichtige Angebote müssten von Beratung und Freizeitgestaltung über Betreuung und Pflege reichen und in singuläre, ambulant betreute Wohnungen bis hin zu vollstationären Wohnformen eingebettet sein.

Die Teilnehmer einigten sich darauf, dass pflegegerechte Apartments entwickelt werden müssen, die sowohl den Anforderungen der Bewohner als auch der Pflegekräfte entsprechen und dennoch modernsten Wohnansprüchen genügen. Insbesondere in innerstädtischen Lagen, wo meist nur kleine Wohnungen zur Verfügung stehen, ergeben sich Herausforderungen, auf engstem Raum vielfältige Funktionen derart zu kombinieren, dass deren Nutzung auch älteren und pflegebedürftigen Menschen zugutekommt.

So verständigten sich die Teilnehmer darüber, gemeinsam an der Weiterentwicklung des Pflegebettes und des Rollators zu arbeiten.

Auch für den Problemschwerpunkt Bad wurden viele Ideen entwickelt. Einig war man sich nach intensiver Diskussion, dass ein eigenes Bad wichtig für die Wohnzufriedenheit ist und zur Grundausstattung einer jeden Wohnung gehört.

Eine vielfältige technische Unterstützung wird in Zukunft immer wichtiger werden. Warum sich bisher Ambient-Assistant-Living (AAL)-Systeme wenig oder gar nicht durchgesetzt haben, wurden von den Teilnehmern intensiv diskutiert. Die Herausforderung liegt vielfach darin, dass es zu viele Solitär-Systeme respektive Produkte gibt, die keine offenen Schnittstellen bieten, um mit anderen Systemen und/oder Produkten zu kommunizieren. Ein aktuelles EU-Forschungsprojekt, ACTIVAGE, soll hier Abhilfe schaffen.

Nach einer Ergebnisdiskussion in großer Runde vereinbarten die Teilnehmer, gemeinsam an verschiedenen Projekten zusammen zu arbeiten. Bis Jahresende werden die Projektideen vertieft und Arbeitsgruppen gebildet. Ein erster Schritt auf dem Weg zum innovativen Zukunft Gutes Wohnen Haus

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